Die Zukunft des Netzes

Dystopien findet man nicht nur in Büchern. Wer die Ereignisse und politischen Entscheidungen rund um das Internet verfolgt hat, musste feststellen, dass diesem weltweiten Netz nun zumindest in Deutschland und Europa dystopische Verhältnisse bevorstehen.

Politische Entscheidungen werden ohne Sachverstand getroffen, wie man ja an dem im Februar 2010 inkraft getretenen Zugangserschwerungsgesetz sieht. Aufgrund seiner Mängel hält der Bundesinnenminister dieses Gesetz noch immer in der Schwebe.[more]Der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) wurde nun vorerst durch NRW gekippt. Die Organisationen dahinter freuen sich natürlich nicht so sehr. Verständlich, wenn gut bezahlte Menschen ohne die geringste Ahnung von der Materie sich Gedanken um Sendezeiten im Internet machen. Auch unser Kurt Beck ist da nicht besser, so will er doch Sperrverfügungen erlassen, wenn der neue JMStV fällt.

Für alle eine kurze Zusammenfasung, wie das Internet aus deutscher Sicht in maximal 3 Jahren aussehen wird:

- Überwachung der Verbindungen, Logging von Datum/Uhrzeit/IP, beim Aufruf von Internetseiten
- Überwachung des E-Mail-Verkehrs, speicherung von Kopfzeilen, IPs der sendenden und empfangenden Stelle
- Zensur von politik-kritischen Foren, Blogs und allg. Internetseiten
- 3-Klassen-Internet, je nach Zahlungskraft des Kunden
- 2-Klassen-Server (24/7 Server und 8/7 Server)
- (Lebenslanges?) Internetverbot beim Verdacht der Verletzung von Urheberrechten

Wer Fragen zur rechtlichen Umsetzung der o.G. Punkte hat, kann sie in den Kommentaren stellen. Fragen zur technischen Umsetzung der Zugangssperren werde ich jedoch vorerst nicht beantworten. Nachher hängt man mir noch irgendetwas an.

0 Comments Dec 18, 2010 share to diaspora*